FUSSNOTE

Alle Wetter. Es gibt Dinge, die kann man nicht auf- und Momente die kann man nicht festhalten. Vorm Fenster plaudern zwei Schemel, zwei Koniferen konferieren … zwei Krähen im Singflug, Licht und Schatten … Dualität da draußen. Quasi mono (ich danke dem Wortschöpfer, der ich nicht bin) hier drin. Einerlei ist mir das nicht. Ich fürchte, ich muss wieder raus in diese Welt voller gezückter Klingen. Ich raffe meine Ringe und werfe die in Nachtarbeit geflickte Haut darüber. In Erwartung des ersten Hiebes trete ich vor die Tür und rolle die ersten paar Meter. Fühlt sich rund an. Ein Windstoß öffnet mir sanft die Augen. Das war knapp. Ein wenig Aus-der-Bahn- geworfen-werden muss ja nicht unbedingt verkehrt sein. So schleift sich wenigstens nichts ein. Ich trudele ein Stück des Wegs und tariere mich aus. Rollt wieder … herrlich … leicht, fast wie von selbst. Die eingesparte Energie kann ich in freie Stücke investieren … in vollkommen zweckloses Schenken zum Beispiel. Vorfreudestrahlend rolle ich dir entgegen … unvorbereitet trifft mich der Schlag. Gerade von dir hätte ich ihn nicht erwartet. Das bewegt mich zutiefst. Und auch meine Auslegung, dass es nur der ohnmächtiger Anflug einer fixen Idee ist, der Welt den eigenen Stempel aufzudrücken – macht es nicht weniger schmerzhaft. Es wäre gelogen zu sagen, dass es mich nicht tangiert. Ich fühle mich seltsam beschämt von diesem Machtgerangel. Ich denke an Mythen, Märchen, Legenden und daran, dass nur der reinen Herzens ist, das Schwert führen darf. Aber hier draußen fuchteln alle senseless mit ihren Sensen herum. Ein wildes Gemetzel – teile und herrsche. Da schneidest du dir doch tatsächlich eine Scheibe heraus, um dein Gebiet zu vergrößern. Ein Gebiet das schon jetzt eine grob zerklüftete Form hat. Wo willst du sie da finden, deine Mitte? Die zu berechnen braucht es mindestens einen Supercomputer. Wobei sich ganz nebenbei unsere Technologieknechtschaft erklärt. Ein Zipfel Macht zieht das ganze Leichentuch nach sich. Wenn jeder jedem den Raum verschneidet, ist jeder chronisch auf der Suche nach seiner Mitte, Schnittmenge hin oder her. Wenn es keine gemeinsamer ist, macht´s ja keinen Sinn … ein Jammer – und so werde am Ende ich selbst mich überrumpeln mit einem Zitat: Noch viel lernen ich kann.