Nu Pogodi

Sonne, die klappernde Postfrau, eine Antwort … „Worauf wartest du noch?“ Ich warte einfach, dass es Abend wird und ich mich wieder schlafen legen kann. Schlafen erscheint mir die einzige angenehme und damit sinnvolle Tätigkeit zu sein. Alles was getan werden könnte … und das ist allerhand … wartet darauf, getan zu werden, es ist nur noch nicht an der Zeit. Die Zeit – während ich warte, beobachte ich sie ein bisschen. Wie sie sich aus dem Brotkasten in die Dielen krümelt. Da hockt sie dann, um sich mit den Schatten aus meinem Blickfeld zu schummeln. Sie mag es, nicht beobachtet zu werden. Sie verhält sich gern unstet, eigentlich möchte sie lieber ablaufen, aber unter meinem strengen Blick erstarrt sie. Eine Ewigkeit von jetzt bis jetzt. Die Minuten quälen sich am Zeiger vorbei. Um Erbarmung bettelnd überrundet sich die Stunde. Beinahe beneidet sie mich um mein Vergehen. Ein ungeklärter Straftatbestand. Vergehe ich mich am Leben, wenn ich warte? Am Spiel der Spiele, dessen Regeln mir so undurchsichtig sind wie meine geschlossenen Lider. Nur eine Ahnung. Gäbe ich mir Höhen vor, die zu überspringen zu nichts führte außer dem Sieg über mich selbst, wäre ich dann nicht auch Verlierer? Was bleibt zu tun, wenn alles getan ist? Ich sehe mich um, die Zeit hat sich inzwischen auf der Gardinenstange des Warteraums zusammengerollt. Staubwischen wäre naheliegend. Der Mob ist nebenan, aber die Zeit rührt sich nicht. Es ist noch nicht soweit. Ich verschiebe ‘Staubwischen’ auf die Merkliste. Jeder Gedanke eine gezogene Nummer. Aufgerufen wird vielleicht niemals. Die Liste ist lang und am Ende nicht mehr als nur simples Ein- und Ausatmen, beginnend im Augenblick meiner Geburt (Der einzige Zeitpunkt in dem ich möglicherweise wartungsfrei war) endend in der Gegenwart – was ist das nur für ein mies hoffnungsvolles Wort. Schonungslos stellt es sich bloß. Waldschrat, na warte! Ich rufe mich zur Räson. Eine geschlagene Stunde, zum Kuckuck. Ein wie schwerelos fallender Zapfen, ein Streich des Bewusstseins. Was eigentlich erwartet mich? Der Abend, der Schlaf? Könnte mein Spiegel das Spiel durchbrechen? Wenn alles auf mich wartet und ich auf es – eine willkürliche Zwangslage. Ich täte gut daran … „Pudding?“ Woher du das nur immer weißt …