Als ob

Hinter meiner Hecke endet die bekannte Welt. Die mir bekannte Welt. Der Heckenhorizont verbirgt, was nicht zu sehen ist. Das Meer vor Madagaskar, die weite Steppe der Mongolei, die Täler der Anden, die Straße nach Prödel, das Quamp der Koloden. Was auch immer dahinter steckt – es ist in Bewegung. Es morpht leise glucksend durch meine Synapsen. Ich brauche nicht die Phantasie bemühen. Ich darf nicht einmal. Es wandelt sich unaufhörlich. Eine wabernde Wurmlandschaft, eine Quarantäne in der Wüste ob, ein Kaleidoskop des Unbekannten unerfahrenen unmöglichen unwahrscheinlich, dass ich ein Handtuch dabei habe, ich hab’s über die Hecke geworfen in einem Anflug von Erdenschwere. Es wurde sofort mitgerissen in einem QuarkStrudel. Mein Heckenschutzschild lässt keine Realitäten durch. Manchmal singen drüben die Sirenen. Dann heulen wir wie die Wölfe und lauschen. Selten gibt es ein Echo. Die wissen schon … Ich öffne den Luftraum einen Spalt. Eine Einladung an das irreale irrationale unwahrscheinliche … Nicht gleich alle! Es ist nur ein Schlupfloch. Ein paar Zahlen übertreten. Disqualifiziert werden sie deshalb nicht, qualifiziert dann, wenn sie dem System nicht standhalten. Das System erkennt Flausen mittels einfachster Thermik. Fliegen sie, sind sie willkommen. Kann man damit rechnen, umso unwahrscheinlicher. Ein dickes Ding quatscht sich durch. Eindeutig eine Realität. Sie setzt sich nicht fest. Der Boden hier bietet keine Haftung für Standarten. Eine kleine Neigung und die Fahne rutscht aus der Flucht. Kann ich nicht ändern – möge die Macht mit uns sein – ändert sich … oder nicht. Wir haben mit Löschpapier tapeziert. Es bleibt nichts, was nicht gerade ist. Das dicke Ding hält sich gerade noch. Aber der aufrechte Gang auf einer schiefen Ebene gelingt diesmal nicht. Es rollt auf allen vieren hinaus. Verpufft hinter der Hecke in den Egern der Prolomiten. Falls sie also gefragt werden sollten, womit sie hier sind, antworten sie lieber mit einer Flause. Der Eintritt ist frei.